Radtour Herbst 2026 – Mit E-Jumpy und Rad in den Schwarzwald

Am zehnten September ist mal wieder Sommerpause. Es wird an den Tagesgrenzen deutlich dunkler und im Terminkalender ist eine Lücke, die für einen letzten Radtourenversuch genutzt werden soll.

Nach Abwägung der Varianten wird es keine Radtour in den Süden und auch keine Rad-Wander Kombination. Es wird eine Fahrt mit dem E-Tranporter von Campingplatz zu Campingplatz, auf dem drei Tage übernachtet wird.

Die Ferien im Süden enden am Wochenende und die Chance auf einen spontanen freien Platz ist wieder größer. Und im Süden soll der Sommer noch mal nachsitzen. Trocken ist es auch weiterhin.

Kunigunde hat noch Termine, so wird der ganze Tag für Touren genutzt. Vom Platz aus eine Fahrt nach Norden und am nächsten Tag eine nach Süden. Der dritte Tag ist dann Lade und Fahrtag. Und an der Ladestation DC gibt es dann eine längere Laufrunde, damit am frühen Nachmittag der Campingplatz für weitere drei Tage angefahren werden kann.

Mit dem Aufenthalt auf zwei Campingplätzen und einem Lauf – Lade – Fahrtag funktioniert das auch leidlich. Die Tagestouren haben 80 – 90 Kilometer mit 700 bis 1000 Höhenmeter und das ist auch das erträgliche Limit. Langzeitschmerzen macht eigentlich nur die Sitzfläche, die am Ende des letzten Tages deutliche rote Streifen bekommen hat. Also eigentlich ist der Trainingszustand im Herbst 2026 dem Alter entsprechend ganz ordentlich. Es geht allerdings alles auf Kosten der Geschwindigkeit. Die Gravelbiker fahren mal locker doppelt so schnell, von den E-Bikern ganz zu schweigen. Die Schiebestrecken waren gleichzeitig auch Abwechslung für die Beinmuskulatur und Erhohlung für die Sitzfläche.

Die Touren in der Übersicht:

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Das ganze beginnt in Freudenstein in der Nähe von Bretten am Naturpark Stromberg – Heuchelberg.

Die Touren vom Campingplatz Stromberg

Die Anmeldung am Platz klappt problemlos. Ein kleines Plätzchen reicht für die 3 Nächte und der Transporter muss nicht unauffällig bewohnt werden. Also schnell umziehen und auf die lokal empfohlene Wanderrunde entlang der Hänge des Weißach Tales. Die eine Seite bebaut und die andere beweint geht es ständig auf und ab.

Der Lauf ist schlurfig und die Fotos mit der GoPro Mission gelingen zum mäßig auf der dunklen Hangseite. Aber irgendwie lenken die Landschaftsblicke auch von Knie und Rücken ab.

Egal, es geht noch. Mal sehen, ob das für die Radrunde morgen auch gilt.

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Die Nacht war kühl aber ok, bis auf die zu schmale Isomatte. Etwas längerer Schlummer und intensives Kramen zur Zusammenstellung der Ausrüstung braucht den Morgen bis neun auf. Die 95 geplanten Kilometer machen Respekt und begründen die Entscheidung für das leichteste Rad, das Marschall Rennrad.

Da der Anfahrtstag nicht zum Einkauf genutzt wurde und die mögliche Weiterfahrt an einem Sonntag stattfindet, fehlen die entsprechenden Vorräte. Einkaufen ist aber mit dem Rennrad wegen der geringen Transportkapazität nur eingeschränkt möglich. Nach den ersten Kilometern mit ständigen Stopps wegen schleifendem Hinterrad am Bremskörper wird die Entscheidung erst mal verflucht.

Nach Spiel mit dem Schnellspanner und Zentrierversuche am Hinterrad geht es aber für den Rest der Tour schleiffrei weiter. Dafür drückt schnell der schwere Rucksack mit 2,5 Liter Wassersack und einem an der ersten Bäckerei eingekauftem Brot. Der Lenkerbeutel ist ganz praktisch, darin verschwindet die Jacke, denn ab elf ist es sonnenbeschienen warm.

Die ersten dreißig Kilometer laufen dabei ohne große Landschaftsbetrachtung. Die vergangenen dreieinhalb Stunden lassen eine Ankunft in Dunkelheit vermuten. Erst als dann das Rad zu rollen beginnt, schweift der Blick auch mal über die Hügel und Weinberge.

Die mit Bikerouter generierte Rundstrecke im Profil “sicher” ist super gut zu fahren, viele autofreie Radwege, Ortsdurchfahrten, ein paar Schotterpassagen und am Ende auch mal eine befahrene Landstraße. Insgesamt eine schöne Strecke.

Es geht also schneller vorwärts, für Pausen ist aber trotzdem keine Zeit. Der Rucksack schmerzt die Schultern und der Sattel die Sitzfläche. An ein paar Anstiegen wird daher zur Erhohlung geschoben.

Weiter durch die Dörfer, Weinberge, Wälder, rauf und runter. Am Ende war es eine schöne Tour, aber auch eine mit 95% Akkuverbrauch. Und nicht nur für die GoPro.

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Der zweite Radtag beginnt wieder etwas später. Die Sitzfläche erfordert eine Stunde mehr Erhohlung als üblich. Alle anderen stimmen zu. So geht es erst nach neun auf die etwas gekurzte Südrunde. Erst über die Hügel nach Maulbronn und über die Radstreck parallel zur Bahnlinie nach Mühlacker. Die Strecke ist auf dem Hinweg schon anstrengend und der Gedanke an den Rückweg entsprechend wenig motivierend.

Aber das Marschall Rohloff Rad ist für den Untergrund die richtige Wahl. Es gibt einen größeren Anteil an losem Schotterweg. Und es rollt nicht so schlecht, wenn auch die Sattelstütze etwas reingerutscht ist.

Am Wendepunkt bei Tiefenbronn soll der Radweg dann im Tal der Würm zurück nach Norden etwas einfacher werden als der Hinweg mit dem langen Anstieg auf 474 Meter im Wald bei Wimsheim.

Nach 80 Prozent der Abfahrt zur Würm ist dann der Waldweg abgesperrt. Schon auf dem Rückweg 100 Höhenmeter den Berg wieder rauf kommen die Forstarbeiter mit dem Auto den Weg hoch und entfernen die Absperrung.

Der Rückweg durch das Würmtal ist Wasseramselidyllisch, wenn man auch vom welligen Weg wenig von der Würm sieht. Dann merkt man die nahende Großstadt Pforzheim. Es ist Samstag Nachmittag und die Picknikwiesen sind voll belegt. Manche haben die Bänke anscheinend morgens mit ein paar Sechserpack Cola reserviert.

Durch den Uferpark an der Enz sind es einige Kilometer Stadtradeln. Es wäre gut, wenn die Tour nur 70 Kilometer lang wäre. Am Ende ist es mit einem Lebensmitteleinkauf ein zehn Kilometer Schnitt, dass ist noch ok.

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In der Nacht verschwindet der eine oder andere Arm, je nach Seitenlage, im Abgrund neben dem Bettkasten. Da muss eine breitere Schlafauflage her,. Oder es wird so kalt, das alles in den Schlafsack gesteckt und zugezogen werden kann. Dann kann der eine oder andere Arm nicht runterfallen.

Der Campingplatz bekommt sein Trinkgeld mit der berechneten und nicht genutzten Strompauschale, dann geht es zur Ladestation. In der Nissan App findet sich eine für 55 Cent. Mühlacker wurde bei der Auswahl unterschätzt, die Innenstand ist üppig und die erste Ladestation befindet sich in einem Parkhaus. Das ist bei zwei Metern Einfahrtshöhe zu heikel, daher einmal um den Block auf einen bewirtschafteten Parkplatz am Biogroßmarkt. Der kostet am Sonntag noch mal drei Euro extra. Aber man muss sich ja auch mal was gönnen. Das nächste mal wird wieder schneller geladen, die Laufrunde kann ja auch vorher von einem Parkplatz erledigt werden.

Nach zwei Versuchen klappt auch das Laden und die Laufrunde startet erst mal als Schaufensterbummel durch die Innenstadt. Nach einem weiteren Vorstadtintro folgt der Schlurfer einem Bachlauf Richtung Waldgebiet im Norden der Stadt.

Der erste Teil der Strecke wird an Landmarken als bekannt und am Vortag beradelt erkannt. Dann zieht sich der Weg durch breite Waldwege und im Mittelteil gibt es auch noch einem schönen Trail. Ein Anstieg zum Sauberg fällt schon schwer. Die Garmin FR-970 meldet sich an einem Abzweig zweimal nicht per Sparachansage, daher muss man doch regelmäßig schauen, ob man noch richtig läuft. Auch die Abweichungsmeldung kommt schon mal zu spät oder gar nicht.

Der letzte Berg vor der Stadt ist dann ermüdent und die Geheinlage zurück zu Innenstadt bring die Laufpace dann endgültig über neun Minuten pro Kilometer.

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Die erste Radrunde startet am Schwarzwaldcamping Altenstein und betrachtet die Umgebung Richtung Norden, um Anschluß an die Südtour von Tag drei zu finden. Der Platz ist idyllisch an zwei Bachläufen und nicht überfüllt, auf der Wiese kann sich jeder ausbreiten. Die Nachbarcamper stellen Den Wohnwagen auf gefühlt einem Platz, die Stühle auf dem nächsten und den Grill auf den Übernächsten.

Am Morgen ist der nächtliche Regen nur leicht ausgefallen, gegen Abend hat es noch vom Baum ein Tropfkonzert für Blechdach gegeben. Da muss mann eine Schallschutzfolie mit dabeihaben.

Am Morgen wird gekramt und gesucht und um 9:30 auf die Tour gestartet. Geplant ist die entlang der Nagold bis Pforzheim, weil die parallel zum vorgestern befahrenen Würmtal verläuft. Das klappt auch ganz gut, es gibt eine 18 Prozent Schiebenebenstraße. Dann ist das Nagoldtal erreicht und der Radweg schlängelt sich mit Bebauung, Bundesstraße und Bahnlinie Richtung Pforzheim.

Es gibt ein paar ruhige Abschnitte, aber so richtig nah kommt man der Nagold nur an den paar Brücken, wenn der Radweg die Uferseite Wechselt. Der Weg ist geteert, so war die Entscheidung für das Rennrad die richtige.

Das Tal ist dann doch zu belebt und bebaut und Calw und Bad Liebenzell sind sicher schöne Städchen. Aber auf dem Talweg fehlt einfach die Aussicht. Ausserdem wird jede Abfahrt mit dem “da muss ich wieder rauf” Gedanken vermiest. So ist dann nach 46 Kilometern auf einer Parkbank zehn Kilometer vor Pforzheim Umkehrpause. Das letzte schöne Stück vor Pforzheim fehlt damit, aber egal.

Der Rückweg war dann gar nicht so bergaufig wie angenommen. Die tiefstehende Sonne war nicht so angenehm und bei der Ankunft am Platz piepte mal wieder ein Wohnwagen. Diesmal wohl der Rauchmelder und das nervtötend über den ganzen Platz. gegen sieben Abend war immer noch keine Abhilfe möglich.

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Der letzte Sommertag, so wird gemeldet. Dafür ist die Radrunde nach Freudenstadt wie gemacht. Vom Campingplatz geht es mit dem Marschall Rohloff Rad sanft ansteigend 13 Kilometer von den Ufern des Zinsbaches auf 465 Metern bis zur Kälberbronner Wiese auf 746 Metern durch Wald und Wiesentäler. Beim nach kalter Nacht wärmendem Sonnenschein ein Traum.

Bis Freudenstadt geht es dann wellig über die Höhen, die Schwarzwaldhöhen um Kniebis mit kanpp tausend Metern scheinen von der Hochebene aus nicht mehr besonder hoch. Aber dazwischen nach der freudlosen Durchfahrung von Freudenstadt liegt tief eingeschnitten auf 660 Metern das Forbachtal. Da führt ein gut befahrener Radweg hinab bis zur Mündung in die Murg.

Am Ende der Talstrecke auf dem Murgtalradweg bei Huzenbach wird dann der Waldradweg mit 12 Prozent Steigung hinaufgeschoben. Besenfeld liegt dann wieder über 800 Meter hoch und der Anstieg ist dann bis auf kleine Wellen der letzte. Aber nicht die letzte Abfahrt. Es geht hinunter ins Tal der Nagold. Am Nagoldstausee sieht man sogar Schwarzwälder Wassersportler in Aktion.

Der Nagold folgend kann man das Campingplatzziel nicht verfehlen. Erst geht es schiebend den Auto und Motorradverkehr auf der Talstraße vermeidend einen Trail entlang durch den Wald, aber das wird dann für mehrere Kilometer doch zu mühsam und der Rest wird auf der Straße abgerollt, auch wenn man wie üblich bei einigen vorbeifahrenden Motoräder Gehörschutz benötig.

Damit ist die Schwarzwaldreise mit dem Rad mit der schönsten Tour auch beendet.

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