Der östliche Limeswanderweg von Rheinbrohl am Rhein nach Eining an der Donau

Anfang April 2026 gelingt es nach 14 Tagen den schmerzenden rechten Großzeh von einem 1 cm langen Holzsplitter zu befreien, der sich vom Holzfußboden ablösend in den Zeh gebohrt hat. Wobei wohl eher der Zeh der aktive Beteiligte an diesem Akt der Selbstverstümmelung war.

In dieser Schlechtwetterzeit wird die Planung einer Tour entlang des Wanderweges erstellt, der vom Rhein zum Main bis zur Donau führt. Die ersten fünf Planungsabschnitte starten in Rheinbrohl am Rhein und enden am Main bei Miltenberg. Wegen des Standortes am Dauerstellplatz in Kirchzell bietet sich das als Zwischenziel an.

Die 5 Streckenabschnitte sind:

  • Rheinbrohl nach Bad Ems – Anreise von Kunidorf zur Prüfung von Kondition, Ausrüstung und Streckenplanung
  • Bad Ems nach Orlen – Ab da unterwegs mit ausgebautem Kastenwagen in Bereich des Aar Höhenweges
  • Orlen nach Butzbach – Am Feldberg vorbei.
  • Butzbach – Staden – durch die Wetterau.
  • Altenstadt – Kleinheubach – Am Main von Aschaffenburg bis Miltenberg

Ab dem zweiten Streckenabschnitt soll der ausgebaute elektrisch angetriebene Kastenwagen als Unterkunft dienen.

Die Etappen in der Übersicht:

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Die Etappen im Detail:

Am Karfreitag bleibt der E-Jumpy dann doch ausgebaut, eingerichtet und gepackt stehen. Die erste Etappe wird wegen des noch kalten Morgens mit dem E-Bike in Angriff genommen. Die lange Radhose über die gleich lange Laufhose mit den Nimble Trailschuhen ist die Ausrüstung der Fortbewegungszuständigen. Das funktioniert auf den ersten Radkilometern an der B42 richtig gut. Die Ohren sind kalt und der Gegenwind stört. Aber der Rheinblick ist immer noch motivierend. Für den Anstieg muss das kleine Kettenblatt noch schaltbar gemacht werden. Dann geht es auch in Feldkirchen fast ohne schieben die Hangstraßen hoch bis zum Parkplatz am Wasserspielplatz.

Dort fällt die Entscheidung, das Rad auf dem Rückweg mitzunehmen. Die Strecke ist insgesamt zu gut befahrbar und daher wird das Abholen des angebundenen Rades eingespart.

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Der erste Anstieg zeigt die Nachteile des E-Bikes. Schwerer und unhandlicher zu schieben und das Vorderrad lenkt nach links ein, wenn am Sattel geschoben wird. Auch bergab muss das Mehrgewicht gehalten werden. Für den nächsten Tag wird die Strecke auf E-Bike Tauglichkeit geprüft. Je mehr Schiebeanteile, desto besser ist das Rennrad als Begleiter geeignet. Oder doch das E-Bike anbinden? Dann rollt es unterwegs nicht mehr und das Unterwegsgefühl würde lieber eine Radreise unternehmen als eine Weitwanderung.

Die Strecke ist vom Rheinsteig und Westerwaldsteig bekannt, daher gibt es nicht viel neues zu entdecken und die Gedanken kreisen um das Thema der Strecken und Ausrüstungsauswahl und die Übernachtungen im Klefix.

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Der Samstag beginnt grau und es reicht im Niesel nur für eine kleine Bäckerdorfrunde. Die Anfahrt nach Oberbieber startet daher später. Am Rhein ist es schon wieder trocken und die Luft nicht mehr kalt, nur kühl. Die Regenhose kann im Auto bleiben.

Die Etappe beginnt oberhalb von Oberbieber am Schwanenteich an Etappenort E03, weil die Anfahrt weniger eckig durch das Dorf führt als nach E02. Dort waren auf der gestrigen Etappe deutliche Spuren des Glasfasermaulwurfs zu sehen.

Die Querung der B256 ist noch einfach, die Wied erfordert zwei Kilometer Radfahrt im Innendorfverkehr. Auf dem Höhenrücken oberhalb Feldkirchen entschädigt die Aussicht ins Rheintal, Eifel und Koblenzen Becken.

Ab dem Wasserpark Feldkirchen wird es wieder einsam. Der Schiebeweg den Kehlbach hoch tut gut und nach einigen Kehren ist der auf dem Höhenrücken verlaufende Limes wieder erreicht.

Hier mixen die Fernwanderwege, Rheinsteig, NST, Limes. Alle wollen von der Aussicht etwas abhaben. Unbemerkt wird der Hinweg gekreuzt und die Schiebeansteige beginnen zu ermüden. Trotz E-Antrieb ist es ein müder Tag und es geht noch einmal hinunter in das Wiedtal. Hier steht eine weniger benutzte Brücke, aber es muss noch unter die B256 und hoch nach Oberbieber zum Wingertsberg. Immerhin steht hier mal wieder ein Limesturm.

Am Auto wird angesichts der gleich schweren nächsten Etappe der es ist genug für heute Entschluß gefasst.

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Die Anfahrt ist angenehm kurz und die Parkfläche trotz österlichem Sonnenschein und Frischluftdrang noch ausreichend unverwendet. Auf dem bestbefahrbaren Abstieg vom Westerwald Richtung Rheintal fällt die Fahrt zum Etappenstart in Oberbieber leicht aber auch kühl aus.

Der Radweg von Bendorf über Sayn, Heimbach-Weis und Gladbach hält sich am Hang im mittlerer Lage und bleibt zwischen steil und flach. Mal Siedlung, mal Aussicht und auch mal Straßenbegleitung, Oberbeiber ist so sehr entspannt zu erreichen.

Der Limesweg steigt dann vom Reiterhof hinauf zur Wernder-Hütte und bietet gleich die erste Schiebepassage. Ist aber noch gut im Wandertempo zu erklimmen. Das Wetter und der Feiertag bescheren auch mal einen Wanderin auf der Strecke. Das stört erstaunlich selten, nur wenn Parkplätze und breite Waldwege vorhanden sind knubbelt es sich schon mal.

Die Querung der L258 am Pilz und der weitere Aufstieg zum Wanderparkplatz auf der Höhe wird ebenfalls überwiegend erschoben. Geht aber weiterehin ohne Probleme, der Akku leuchtet noch grün.

Der Abstieg bis zu Bergnase unterhalb der Bismarkhöhe oberhalb von Sayn ist eine genüssliche Rollstrecke, auch weil es nicht mehr so handschukalt ist. Die Entscheidung, den direkten Pfad abwärts zur B413 vorzuziehen wird durch die anfänglichen Stufen nicht erleichtert. Sieht schlimm aus, danach war es aber ein radrollbarer Kehrpfad.

An Schloß Sayn treffen sich Sayn und Brexbach, mit Blick auf die Anfänge des Saynbaches wurde morgens noch gefrühstückt. Das der E05 Etappenparkplatz oberhalb des Brexbachtales liegt folgt der erste leichte Ansteig dem linken Talhang mit Kletterwalddurchquerung und Aussichtskanzel. Eine schöne Pausenbank mit Aussicht war auch mit im Paket.

Der Anstieg auf dem breiten Forstweg wurde dann aber doch noch einmal von einer Schiebepassage auf einem Wurzelkehrenweg unterbrochen. War aber auch ohne Probleme machbar, die vom stürmischen Vortag als Ostergeschenke umgelegten Bäume waren wieder erwarten ausgeblieben.

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Die vierte Etappe verläuft fast komplett über bekanntem Gelände. Nahe E08 beim Römerturm Arzbach können sich die Gedanken nut um die Jahre drehen, die auf den Lauf und Radwegen erbracht wurden. Der ab 2010 verzweifelte Versuch, die körperliche Leistungsfähgikeit und Gesundheit zu erhalten und den Aufgaben im Job gerecht zu werden.

All die falschen Entscheidungen, Worte, Unzulänglichkeiten, Peinlichkeiten. All die Kämpfe am späten Nachmittag oder Abend, wenn der Tag mal wieder nicht gereicht hat. Die ungelösten Probleme am Morgen auf dem leichteren Weg bergab. Die Hoffnung, das sich die Quälerei mit 67 bezahlt machen würde. Hat leider nicht geklappt.

Auf dem E-Bike über die Strecken zu fahren fühlt sich ziemlich gut an, fast ein bisschen so wie früher, als kein Berg zu hoch war. Aber die 400 Wh aus dem Akku kamen da aus den Oberschenkeln und es ist ein Unterschied im Kopf.

Aber trotzdem war die Landschaft, das Wetter, die Aussicht überwältigend schön.

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Noch so eine Dröhnung Vergangenheit und ich bekomme eine Ameisie und vergesse mich. Die Rad- und Laufstrecken aller Längen und Steigungen rauf und runter. Vom ersten Berglauf und dem ich kann fliegen Gefühl hinter Arzbach. Die Sporthütte mit der Ersatzteil und bestell mir mal das Rad Versorgung. Die vielen nicht gemachten Mittagspausen mit Lahnblick.

Es gab noch einen Limesabschnitt oberhalb Arzbach, den ich nie gelaufen bin. Aber sonst alles wie immer. Nur das ich jetzt jeden Tag laufen kann und ich es doch nicht kann.

Es wird Zeit, dass der Limes weiter seine Grenze zieht durch unbekannte Länder zieht.

Das waren dann die Etappen mit Anfahrt von Kunidorf. Das waren wirklich schöne Tage und zu Hause die Dusche macht Angst vor dem Leben in der Blechdose. Abends einen halben Liter für den Staub der Beine muss dann reichen. Mal sehen, es geht jetzt erst mal mit anderen Projekten weiter.

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