Vorgeschichte, Motivation und Planung
Mitte Juni stehen ein paar Runden an den Westerwälder Randtälern auf dem Plan. Als Tagestouren werden die am östlichen Westerwald an Dill und Lahn auch umgesetzt. Der nördliche Westerwaldgrenze mit dem Siegtal ist für solche Taltouren nicht geeignet, weil es kaum tiefer in den Westerwald führende Bachläufe gibt. Daher war die Idee, den nördlichen Westerwaldrand über den Natursteig Sieg kennen zu lernen. Aber schon der Versuch mit einer Radrunde an der Siegmündung zu starten, endete nach zwei Kilometern wegen Unwetterschäden an Wald und Baum.

Da die Wettervorhersage ausgiebige Hitzetage vorhersagte war als Ersatz eine Tour in Höhenlage naheliegend. Eine Runde, nicht weit weg. Und vom Natursteig Sieg war es auch bei der Google Suche nicht weit zum Siegerland Höhenring. In weiten Teilen über 500 Meter über NN sollte es doch angenehm zu randern sein und dass ein oder andere Lüftchen wehen. Eine Rundtour, das vereinfacht die Rückführung der zwei Basisfahrzeuge, die man benötigt, wenn man allein einen Weitwanderweg absolvieren will.

Damit die 140 Kilometer innerhalb der für 4 bis 5 Tage andauernden Hitzeperiode zu bewältigen sind, wurde die Tour als Etappen mit zwei Basisfahrzeugen geplant. Die Etappen von Parkplatz zu Parkplatz werden im Uhrzeigersinn gerandert, die Fahrzeuge entgegen des Uhrzeigersinnes von Parkplatz zu Parkplatz fortbewegt. Mit zwei Elektrofahrzeugen, geladen mit Solarstrom vom Dach kann man das mal machen. Zudem ist die An- und Abfahrt mit gut 30 Kilometern bis zum südlichsten Zipfel des Höhenrings nicht zu aufwändig.
Die aufgezeichneten Etappen stecken auch noch in einer komoot Collection.
Auf dem Tourtrack werden Parkplätze auf der outdooractive OSM Karte gesucht und über Google Maps verifiziert. Die bilden das Grundgerüst der Etappenplanung entlang der offiziellen Route. Die in diesem Fall fünfzehn Etappen (Planungen) werden in einer outdooractive Sammlung zusammengefasst. Zu jedem Parkplatz werden die Koordinaten im Trackpunkt gespeichert. Die PKW Anfahrt zu den Parkplätzen erfolgt über die outdooractive App auf dem Smartphone und Übergabe des Etappen Startpunktes an die TomTom Navigationsapp.
Wegen der angekündigten Hitze werden keine Übernachtungen geplant. Es soll eher Mittags im Schatten im E-Jumpy ausgeruht und in den dunklen Stunden ein wenig geschlafen werden.

Die Etappen in der Übersicht:
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Die Anfahrt und die Etappen im Detail:
Bewertung
Die Streckenführung
Wer im Siegerland hoch hinaus will und dort auch bleiben möchte, dem kann der Siegerland Höhenring empfohlen werden. Die Streckendaten der kompletten Runde mit Ansteuerung der 15 Etappenparkplätze
147 km, 15 Etappen, 19 Stunden und 40 Minuten unterwegs, Tempo in Bewegung 7,5 km/h, Anstieg 2680, Abstieg 2682 Meter, Minimale Höhe 195 Meter, Maximale Höhe 672 Meter
Positiv:
- Rundtour – An- und Rückfahrt identisch, zwei Laufrichtungen möglich.
- (Noch) Aussicht durch die Fichten Rodungsflächen.
- Wegführung auf Wald, Forstwegen und (nicht zu vielen) einspurigen Naturpfaden. Sehr wenig Besiedlungsflächen und Straßen. Wandern, Laufen oder randern gut möglich.
- Parkmöglichkeiten an der Route.
- Schutzhütten.
Negativ:
- Wenig Schatten oder Wetterschutz.
- Wenig natürliche Wasservorkommen direkt am Weg obwohl umfangreiches Quellgebiet.
- Ruhebänke ungleichmäßig verteilt.
- Markierung eher unauffällig.
Persönliche Erfahrung
Die Runde war eine eher spontane Entscheidung. Seit vier Jahren probiere ich jetzt schon vieles aus um mal für ein paar Tage in der Umgebung unterwegs zu sein. Früher war das mal einfach, rauf aufs Rad und gefahren bis es dunkel war, auf der Parkbank geschlafen und am nächsten Tag weiter. Oder einen Campingplatz angefahren und früh am nächsten Morgen wieder los.
Leider kann ich das nicht mehr. Die Bank ist zu hart, der Wolf kommt nachts kuscheln, der Hund pinkelt auf der nächtlichen Gassirunde ans Zelt, die Campingplätze sind voll und laut, das Zelt ist morgens nass und alles ist schlammig, dreckig und stinkt. Trotzdem will der Kopf das alte Gefühl zurück, oben auf dem Hügel der Blick über Wälder und Wiesen das Glück und die Freiheit und die Gewissheit das ich es kann.
Jetzt schmerzt es bei jedem Belastungsversuch, das Tempo ist halbiert, die Strecke ist halbiert und die Angst hat sich verdoppelt.
Daher die Streckenplanung zur Angstminimierung, fünf bis fünfzehn Kilometer sind überschaubar, da steht dann Verpflegung und Schutz und der Kopf kann sich mit anderem beschäftigen als dem Zittern vor der bevorstehenden Aufgabe. Allerdings wird diese Umsetzung mit zwei Begleitfahrzeugen nur im Ausnahmefall noch einmal zur Umsetzung kommen. Der Aufwand ist einfach zu groß, je weiter die Strecke von Kunidorf entfernt ist.
Der Entschluss mit den Outdoor Übernachtungen im Zelt endgültig abzuschließen hat sich gefestigt. Mit dem E-Jumpy kann ich alle Strecken, die ich in Deutschland noch machen möchte, in Angriff nehmen. Der Kopf muss dann bei den Tagesetappen auf einem Rad- oder Wanderweg verstehen, dass eine Etappe wieder zurückgefahren oder gewandert werden muss. Das muss ja bei einer Radtour mit Zelt auch so gemacht werden, nur nicht an einem Tag sondern erst Tage hin und dann wieder Tage zurück.
Wobei sich die Wanderwege mit dem Rad absolviert als bedeutend schöner als die üblichen Radwege erwiesen haben. Eselsweg, Limes, bergischer Panoramasteig oder der Ederhöhenpfad sind gute Beispiele dafür.
Also geht es im Juli weiter, erst mal mit einem Training auf dem linken Dillhöhenweg und später auf den südlichen Teil des östlichen Limes ab Miltenberg.












































































































